Das Bachelorstudium begünstigt das Erreichen eines akademischen Grades ohne geistige Auseinandersetzung.
Junge Menschen erlangen mit dem Bachelor ein neues Universum (sic!)
Das Bachelorstudium begünstigt das Erreichen eines akademischen Grades ohne geistige Auseinandersetzung.
Junge Menschen erlangen mit dem Bachelor ein neues Universum (sic!)
mit dem bachelor/master-system ist die kommerzialisierung der akademischen lehre wirklichkeit geworden.
der mensch soll nicht denken. der mensch soll arbeiten.
an der uni stiftet er keinen wirtschaftlichen nutzen, er kostet nur geld.
also stattet man ihn so schnell wie möglich mit dem berufsqualifizierenden handwerkszeug aus, um ihn dann auf den arbeitsmarkt zu entlassen.
zusätzliche zeit, um dinge zu hinterfragen und seinen horizont über das kernfach hinaus zu erweitern, wofür universitäten ursprünglich mal erfunden wurden, wird dem studenten nicht gegeben.
der junge mensch, sich in einem völlig neuen umfeld wiederfindend, hat vom 1. semester an zu funktionieren und nach credit points zu jagen.
wer da anfänglich oder zwischendurch mal schwächelt, kommt gleich in arge bedrängnis.
wer sein punktekonto nach 8 semestern nicht komplettiert hat, fliegt.
gehört man zu den erfolgreichen absolventen, soll es das dann aber auch gewesen sein mit der erlangung von wissen und persönlicher weiterentwicklung.
es sei denn, man kann einen notenschnitt von mindestens 2,5 nachweisen - dann ist die chance groß genug, dass man nach einem master-studium einen noch größeren wirtschaftlichen nutzen stiftet.
die anderen sollen gefälligst auf den arbeitsmarkt gehen und den unternehmen dienen.
hare bologna, hare, hare!
Geistes- und Sozialwissenschaftler sind im Bachelor-Master-System gerdaezu überflüssig. Kommunikative, soziale und kreative Kompetenzen, das stört doch nur den Lernfluss. Was da gelernt wir, ist nicht zu hinterfragen. Freie Recherche in der Bibiothek, die klassische Tugend der Geisteswissenschaft, stört doch nur den Aufnahmeprozess des heiligen Fächerkanon. Die freie gesitige Auseinandersetzung ist nicht gewollt. Mensch muss profiliert werden, über allem das verruchte Marktdenken.
Die endgültige Hinrichtungsmethode der akademischen Freiheit heißt Modularisierung. Die Studenten erhalten einen festen Stundenplan mit Zwangsveranstaltungen in jedem Semester, und seine die Dozenten auch noch so unfähig. Die Universität wird zum 14. bis 17. Schuljahr.
Die Multiple-Coice-Tests sind schon Usus, es fehlen nur noch Lückentexte zur Stoffbearbearbeitung. Nur die Juristen und Mediziner trotzen noch der völligen Verplanung.
Weiß gar nicht, was alle gg. den Bachelor haben. Bachelor ist Horst Schlämmer, von allem mehr:
Mehr Veranstaltungen besuchen, mehr Leistung bewerten, mehr Input pro Zeiteinheit, mehr Auswendig, mehr Powerpoint, mehr Creditpoint, mehr Turbo, mehr Imagekampagne!
Mehr Bachelor für alle, mehr super, mehr mehr!
das ganze Leben ist eine einzige Kosten-Nutzen-Rechnung
Der Bachelor bereitet niemals auf eine echte Grundlagenforschung, also eine Forschung ohne sofortigen ökonomischen Nutzen vor. Wissenschaftler und Politiker mit Visionen wissen, dass Grundlagenforschung trotzdem keine Verschwendung ist; leider herrscht an den Universitäten der Ungeist der kurzfristigen Effizienzsteigerung.
Die beiden Säulenheiligen Anwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit schnüren die Kreativität ab. In Anlehnung an Schillers Glocke möchte man rufen:
"Wo Wirtschaftszwänge sinnlos walten, da kann sich Wissenschaft nicht entfalten".
Was ist denn so schlimm an einem straffen Stundenplan. Wo ist der Mehrwert, wenn man als Diplomstudent 8 Semester durch sein Studium bummelt? Der Inhalt dürfte ähnlich sein.
In der Liebe und im Studium sollten auch Irrwege und Umwege erlaubt sein. Ein fester Stundenplan hebelt die Selbstverantwortung der Studenten aus. Ein richtiges Studium umfasst doch mehr als einen vorgegebenen Wissenskanon. Es ist schon was dran am Sprichwort "Ist der Mensch auch noch so dumm, besteht er doch das Physikum". Durchpauken und Nachkauen sind nicht die alleine seligmachenden akademischen Tugenden.
Ein Bachelorstudium hat zu viele Vorgaben. Deckel auf, Wissen rein, Deckel zu. Das Wissen wird nicht mehr kritisch hinterfragt.