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Thema: Minoer-erste Hochkultur Europas

  1. #1
    aphilia - prof Avatar von Gernot
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    Minoer-erste Hochkultur Europas

    Zur minoischen Bronzekultur und die Zeit später habe ich eine sehr informative Webseite gefunden: www.anderegg-web.ch/archaeologie/kreta.htm

    Was mich persönlich interessiert ist der Santorin-Ausbruch um 1500 v.Chr. welche Folgen hatte das Naturereignis für die Kultur der Minoer? Entstehen und vergehen Kulturen durch glückliche Ereignisse "von außen", durch Boden und Klima, usw. Oder ist es doch ein Problem von Bildung und Politik, was die kulturellen Brüche eineleitet?

    Eu prattein,
    Gernot
    Geändert von Gernot (07.01.2009 um 15:06 Uhr)

  2. #2
    aphilia - master Avatar von JoBaer
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Erste Hochkultur ist ja immer vorläufig. (Glaubt man Herrn Popper), genauer wäre "erste belegbare Hochkultur". Wer weiß das schon? Die Kreisgrabenanlagen unter Dresden stammen aus dem Neolithikum, wären also eine gehörige Zeit vor den Minoern entstanden.
    Es ist immer die Arbeit der Archäologen, die unser heutiges Bild bestimmt!

  3. #3
    aphilia - bachelor
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Über die am Anfang der Entwicklung astehende Steinzeit sind wir nur unzulänglich unterrichtet, wahrscheinlich gab es in Sizilien und Anatolien neolithische Felszeichnungen in Höhlen, doch wurden sie noch nicht gefunden.

  4. #4
    aphilia - prof Avatar von Kanopus
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Zitat Zitat von Gernot Beitrag anzeigen
    Entstehen und vergehen Kulturen durch glückliche Ereignisse "von außen", durch Boden und Klima, usw. Oder ist es doch ein Problem von Bildung und Politik, was die kulturellen Brüche eineleitet?

    Eu prattein,
    Gernot
    Naturereignisse werden gerne benutzt, um a posteriori Erklärungen zu schaffen. Die kleine Eiszeit ist dann schuld am 30-jährigen Krieg, die Pest an den Judenpogromen des Mittelalters, usw. Ich glaube nicht an diese Thesen. Theaterkunst, Philosophie, Geldwirtschaft und Dezimalsystem sind gegen Vulkanausbrüche ziemlich resistent. Analogie zur Neuzeit: Für die ganze Welt war der 11. September wie ein Naturereignis. Die physische Vernichtung der Zwillingstürme konnte das Finanzsystem nicht ins Wanken bringen, das schaffte erst die menschliche Gier.

  5. #5
    aphilia - prof Avatar von Gernot
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Zitat Zitat von Kanopus Beitrag anzeigen
    Theaterkunst, Philosophie, Geldwirtschaft und Dezimalsystem sind gegen Vulkanausbrüche ziemlich resistent.
    in der Liste fehlen die technischen Erfindungen: z.B. der Heronsball Aeolipile, ein Maschine zur Umwandlung von Dampf in Bewegung. Zwischen den 1. Jahrhundert und Leonardo da Vinci ist die Technik "verschütt gegangen". Wieso denn das?
    Noch rätselhafter: die Pyramiden. Über Jahrhunderte wurde die Technik entwickelt und verfeinert. Das kollektive Gedächtnis von Hunderttausend Arbeitern, Ingeneuren, Architekten konnte trotzdem nicht gespeichert werden. Bin mir sehr sicher, in der Bibliothek von Alexandria waren die Pläne noch vorhanden.

  6. #6
    aphilia - bachelor
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Zitat Zitat von Gernot Beitrag anzeigen
    Oder ist es doch ein Problem von Bildung und Politik, was die kulturellen Brüche eineleitet?
    Es ist zu 99% ein Problem politischer Dummheit!

    Domitian hat die besten Philosophen aus Rom verbannt... das rächt sich langfristig.

  7. #7
    aphilia - prof Avatar von Gernot
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Bei den Römern war sicher Dummheit im Spiel, bei den Minoern bin ich mir das nicht so sicher: Santorin bzw. Thera ist sehr sehr gut dokumentiert. Wenn man sich die Fresken von alt-Thera ansieht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Um 1500 v.C., 1000 Jahre VOR der griechischen Klassik, besaß Santorin einen gut ausgebauten Hafen. Die Ruderboote hatten einen Naviagator, einen Steuermann und ein Sonnensegel für die Rudere. Thukydides, einer der realistischeren Geschichtsschreiber, berichtet von der minoischen Herrschaft über die gesamten Kykladen. Um 1450 waren dann aber schon alle Paläste zerstört, Brandspuren sind nachgewiesen. Ich vermute Brände nach einem Erdbeben, typisch für diese Region.
    Die Zahlen sind nicht für ganz Kreta bzw. für Santorin exakt, die Zerstörung von Akrotiri wird neuerdings auf 1615 bzw. 1625 datiert (Vulkanausbrüche). Die Stadt war für ihren legendären Reichtum bekann, auch das ist wieder durch Fresken dokumentiert. Akrotiri war wohl ein Handelsstützpunkt der Kreter, die Routen führten bis nach Mittelgriechenland und die Peloponnes, natürlich auch an die kleinasiatische Küste. Vielleicht hat die nachgewiesene Zerstörung von Akrotiri das Mutterland Kreta zusätzlich ausbluten lassen.

    Dabei ist zu bedenken: Die Bewohner waren Katastrophen gewohnt. Vor dem großen Ausbruch hatten sie ihre Häuser geräumt und sich in Sicherheit gebracht.

  8. #8
    aphilia - prof Avatar von aphire
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Zitat Zitat von Gernot Beitrag anzeigen
    Die Bewohner waren Katastrophen gewohnt. Vor dem großen Ausbruch hatten sie ihre Häuser geräumt und sich in Sicherheit gebracht.
    Fies gesagt: In Pompeji hatten die Archäologie mehr Glück

    *duck und wegrenn*
    Leben und leben lassen

  9. #9
    aphilia - prof
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Bei näherem Hinsehen ist die minoische Kultur nicht unter-, sonder aufgegangen - in die europäische Kultur. Mythologisch verbrieft durch Zeus, der Europa in Kreta (Gortys) an Land führte. Im Hafen von Gortys machte auch Paulus halt und ließ einen Missionar zurück, der die Insel christianisierte. Wenn man so will: Kreta war zweimal eine kulturelle Keimzelle Europas.

  10. #10
    aphilia - master
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    AW: Minoer-erste Hochkultur Europas

    Kulturen habe alle einen bestimmten Lebenszyklus.
    Die Spartaner haben um 850 vuZ. Tarent geründet. Die Stadt stieg zur wichtigsten Handelsstadt Italiens auf. Gute strategische Lage, beste Böden (blieb die einzige spartanische Kolonie, einen so gravierenden Fehler wie der Athener mit Sizilien haben die Spartaner nie begangen). Geschlagen wurden sie aber dann von den Römern. Der Untergang war militärisch nicht aufzuhalten, ihre Disziplin hat den Spartanern gegen die überlegene Großmacht nichts genützt.

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