Puh, 1625 heißt 1 Jahr nachdem Richelieu zum leitenden Minister Ludwigs XIII. ernannt wurde (und danach den Absolutismus gegen die Adelsherrschaft einführte, einschließlich einer Justizreform).
Gestützt hat er sich dabei aber auf die französische Rechtstradition zwischen Ludwig IX. (13. Jahrhundert) bis zum mos gallicus (Humanisten).
Ludwig IX. hat einiges geleistet:
- Beamte mussten öffentlichen Eid ablegen
(keine Geschenke annehmen, keine Verwandten begünstigen, das was heute dem Beamten selbstverständlich ist

)
- Amt des Oberrichters von Paris wurde gut besoldet (und nicht wie früher an den Meistbietenden versteigert)
- Verbot des Zweikampfes als "Gottesurteil"
- Einführung der Beweismittel der Zeugenaussage und der Urkunden
Ludwig schlug eine Bresche gegen die vorherige Gleichheit von Stand, Macht und Recht. Das war die Voraussetzung, dass es dem kleinen Mann überhaupt in den Sinn kam, von den Gerichten etwas zu erwarten.
Leider konnten sich Ludwigs Reformen nicht überall durchsetzen. Gerichtsherren blieben die Grundstücksherren, die französischen Barone. Sie handelten nach Gutdünken, bis sich die französische Rechtsschule des mos gallicus etablierte (einschließlich der Ausbildung von Juristen)
Schönen Sonntagmittag noch,
Gernot