Quelle: SZ
Kaum etwas ist für den Ruf der Islamischen Republik Iran so schädlich wie die Bilder und Internet-Videos von Steinigungen. Auch die Mehrheit der Iraner lehnt diese Strafe als barbarisch ab. Jetzt hat die höchste Autorität des Landes, der geistliche Führer Ali Chamenei, vier zur Steinigung verurteilte Gefangene begnadigt, in zwei Fällen zu zehn Jahren Gefängnis, in den beiden anderen zu Prügelstrafen.
Justizsprecher Aliresa Dschamschidi gab am Dienstag bekannt, für weitere Verurteilte sei der Vollzug ausgesetzt, bis das Parlament eine Neufassung des Strafrechts verabschiedet. Im künftigen Text sei die Steinigung nicht mehr vorgesehen, sagte Dschamschidi. Auch soll Dieben nicht mehr die Hand abgehackt werden. Mehrere Verurteilte hätten um Gnade gebeten, ihre Gesuche würden geprüft.
Steinigung für Ehebruch, Inzest oder Prostitution
Der Chef der Justiz, Ayatollah Mahmud Haschemi Schahrudi, hatte schon im Jahre 2002 ein Moratorium gegen Steinigungen verfügt, nicht zuletzt unter dem Druck der EU. In mindestens drei Fällen setzten sich jedoch Richter über dieses Verbot hinweg. Zuletzt wurde im Jahr 2007 in einem Dorf bei Kaswin, 150 Kilometer westlich von Teheran, ein Mann namens Dschaafar Kiani von einem fanatischen Kadi und einer aufgeputschten Menge auf diese grausame Weise hingerichtet. Das hatte in Iran Empörung erregt. Auch die EU, ein hoher UN-Vertreter und Bürgergruppen im Ausland protestierten. Letztlich dürfte dieser Fall Auslöser für die jetzt eingeleitete Reform gewesen sein
http://www.sueddeutsche.de/politik/339/305308/text/
Der SZ-Artikel zur Steinigung stammt vom 6.8.2008

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