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Thema: Altersarmut?

  1. #1
    aphilia - prof Avatar von Steinlaus
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    Altersarmut?

    Also der Spiegel zitiert und interpretiert manchmal ziemlich skurrile Studien:

    Vier von zehn Deutschen droht Altersarmut
    (so weit die Überschrift, aber dann:)

    "Die finanzielle Vorsorge für den Lebensabend wird für die Deutschen immer schwieriger. Das geht aus dem ersten Vorsorgeatlas für Deutschland hervor, den der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum für Generationenverträge der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt hat. Die Studie wurde im Auftrag der Investmentgesellschaft Union Investment erstellt.
    [...]

    Am Mittwochmittag wurde das Papier vorgestellt. Die bitterste Erkenntnis der sehr umfangreichen Studie dürfte etwas sein, das unter Fachleuten schon länger bekannt ist, in der Öffentlichkeit dagegen eher selten thematisiert wird: Nicht nur, wer sich rein auf die gesetzliche Altersversorgung verlässt, verarmt im Alter. Selbst Riestern schützt vor relativer Armut nicht.

    Als "arm" gilt nach der Definition der Studie, wessen Rente weniger als 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens beträgt."

    Ich stoße mich hierbei am letzten Satz!
    Wer 60% vom einem Bruttoeinkommen über 10.000 Euro im Monat erhält, gilt als arm,
    wer es aber zu 70% von 1.000 Euro Bruttoeinkommen schafft, wohl nicht.
    Das verstehe wer will, ich verstehe es in keinster Weise.

    Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,640519,00.html

    Grüße von der
    Steinlaus

  2. #2
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Altersarmut?

    Zitat Zitat von Steinlaus Beitrag anzeigen
    ADas geht aus dem ersten Vorsorgeatlas für Deutschland hervor, den der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum für Generationenverträge der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt hat. Die Studie wurde im Auftrag der Investmentgesellschaft Union Investment erstellt.
    "Im Auftrag der Investmentgesellschaft Union Investment".

    Das nennt sich Drittmittelforschung und ist so seriös wie eine Krebsstudie im Auftrag der Tabakindustrie.

    Es nicht gerade investigativer Journalismus, was der Spiegel hier nachplappert. Mit solchen Artikeln sollen wohl die vermögenden Rentner für die nächste Generation der Lehman-Zertifikate angefixt werden.

  3. #3
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Altersarmut?

    Bevor man etwas kritisiert, was man nur aus den Medien hat, sollte man sich selber mit der Quelle beschäftigen.
    In der Studie wird nirgendwo ein bezug zur Altersarmut hergestellt und diese auch nicht erwähnt.
    Dies hat sowohl Union Investment als auch das Forschungszentrum Generationenverträge auf der jeweiligen Homepage dementiert und klargestellt.

  4. #4
    aphilia - prof Avatar von aphire
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    19.11.2008
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    AW: Altersarmut?

    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
    Bevor man etwas kritisiert, was man nur aus den Medien hat, sollte man sich selber mit der Quelle beschäftigen.
    In der Studie wird nirgendwo ein bezug zur Altersarmut hergestellt und diese auch nicht erwähnt.
    Dies hat sowohl Union Investment als auch das Forschungszentrum Generationenverträge auf der jeweiligen Homepage dementiert und klargestellt.
    Soweit bin ich einverstanden, aber dann ist es immer noch seltsam, was im Spiegel zusammengeschustert wurde. Das ist doch Jammern auf höchsten Niveau! Was sollen da diejenigen denken, die wirklich arm sind und jeden Cent umdrehen müssen.
    Leben und leben lassen

  5. #5
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Altersarmut?

    Zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre sind Anfang Vierzig "ja noch so lange hin" - obwohl man schon mindestens die doppelte Zeit hinter sich gebracht hat. Altersarmut ist nichts, womit man sich gern "mitten im Leben" beschäftigt - auch wenn es nur noch 10, 15 oder 20 Jahre sind.

    Wer sich trotzdem mal damit beschäftigen will - es gibt auch Studien von anerkannten Einrichtungen, die da ein klareres Bild zeichnen:

    1. aus Bundeszentrale für politische Bildung vom Mai 2007, "Rente mit 67 - Probleme am Arbeitsmarkt" von Andreas Ebert / Ernst Kistler / Thomas Staudinger, unter
    http://www1.bpb.de/publikationen/14U...eitsmarkt.html

    und sehr differenziert

    2. von der Hans-Böckler-Stiftung vom Mai 2008, Barbara Riedmüller; Michaela Willert
    "Die Zukunft der Alterssicherung. Analyse und Dokumentation der Datengrundlagen
    aktueller Rentenpolitik", unter http://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2008-90-4-1.pdf

    Mein Fazit: Das Ziel der ?Verantwortlichen? scheint es schon länger zu sein, bei den "Babyboomern" einen wesentlich größeren Anteil als heute - 2009 - unausweichlich in die Altersarmut zu führen und über prekäre Verhältnisse ihre Lebenserwartung drastisch abzusenken. So entlastet man Renten-, Pflegeversicherungen und den Staatshaushalt. Es trifft vor allem die Altersgruppe der heute kurz vor Vierzig- bis knapp über Fünfzig-Jährigen.

    Meine Prognose: Wir werden sicher bald für diese Generation über Massenunterkünfte statt Pflegeheim, Billigpflege mit Zwangskatheter und Sondenernährung, medizinische Miniversorgung und erlaubter Sterbehilfe ab Achtzig diskutieren.

  6. #6
    aphilia - master Avatar von smilla
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    Kassel
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    AW: Altersarmut?

    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen

    Mein Fazit: Das Ziel der ?Verantwortlichen? scheint es schon länger zu sein, bei den "Babyboomern" einen wesentlich größeren Anteil als heute - 2009 - unausweichlich in die Altersarmut zu führen und über prekäre Verhältnisse ihre Lebenserwartung drastisch abzusenken. So entlastet man Renten-, Pflegeversicherungen und den Staatshaushalt. Es trifft vor allem die Altersgruppe der heute kurz vor Vierzig- bis knapp über Fünfzig-Jährigen.

    Meine Prognose: Wir werden sicher bald für diese Generation über Massenunterkünfte statt Pflegeheim, Billigpflege mit Zwangskatheter und Sondenernährung, medizinische Miniversorgung und erlaubter Sterbehilfe ab Achtzig diskutieren.
    Ich glaube nicht, dass das jemand wirklich "will". Ob es dann tatsächlich so kommt, steht auf einem anderen Blatt. Da ich mich selbst finanziell "so durch schlage", werde ich mich aber auf die Diskussion einstellen.

  7. #7
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Altersarmut?

    Zitat Zitat von smilla Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass das jemand wirklich "will". Ob es dann tatsächlich so kommt, steht auf einem anderen Blatt. Da ich mich selbst finanziell "so durch schlage", werde ich mich aber auf die Diskussion einstellen.
    Die FDP will die Rente mit 60! Wenn sie vorher nicht ordentlich eingezahlt haben, werden sie sich dann mit den Schülern und Studenten um ferienjobs bewerben.

  8. #8
    aphilia - master
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    AW: Altersarmut?

    Offener Brief der BAGSO

    (an die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU, SPD, FDP, die Linke und die Grünen)

    - um die Debatte zur Altersarmut zu versachlichen, denn Altersarmut ist heute kein Phantom mehr:

    "Sehr geehrte Damen und Herren,
    der seit Jahren anhaltende Wertverlust der gesetzlichen Rente wird gern mit dem Schlagwort Generationengerechtigkeit begründet. Die nachfolgenden Generationen haben aber nichts davon, wenn sie selbst im Alter arm sind. Denn sie würde die Aushöhlung der Gesetzlichen Rentenversicherung am härtesten treffen. Die beginnende 17. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages muss dazu genutzt werden, Verlässlichkeit und Transparenz und damit Vertrauen in die Gesetzliche Rentenversicherung wiederherzustellen.
    In ihrer Leipziger Erklärung bekennen sich die in der BAGSO zusammengeschlossenen 101 Seniorenverbände, die rund 13 Mio. Mitglieder in der Altersgruppe 50plus repräsentieren, zur Verantwortung der Älteren für nachfolgende Generationen: Alle politischen, wirtschaftlichen und individuellen Entscheidungen sind darauf zu überprüfen, ob sie geeignet sind, die aktuellen Lebensbedingungen zu verbessern, ohne die Zukunftschancen künftiger Generationen zu verschlechtern. Was Generationengerechtigkeit wirklich bedeutet – in den Sozialsystemen ebenso wie bei der Bildung oder beim Klimaschutz, das muss dringend unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aller Altersgruppen definiert werden. Die BAGSO und ihre Mitgliedsorganisationen haben sich, wie Sie der beiliegenden Erklärung entnehmen können, beim 9. Deutschen Seniorentag 2009 intensiv mit diesen Fragen befasst und stehen für einen Dialog zur Verfügung.
    Mit freundlichen Grüßen
    Walter Link Vorsitzender"


    Zur besseren Lesbarkeit habe ich die Zitate kursiv gesetzt der Sicherheit der Rente.. Die Essenz dieses Offenen Briefes liegt m.E. in der Forderung nach Wiederherstellung. Die Berichte über die Lehman-Brothers kennen wir ja allen, vielleicht sind sogar einige Leser hier betroffen.


    Nachdenkliche Grüße


    Winfried

  9. #9
    Michael Kolling
    aphilia - Gast

    AW: Altersarmut?

    Altersarmut muss nicht sein!

    Alterarmut trifft vor allem diejenigen, die wenig in die Rentenversicherung einbezahlt haben. Wer wenig verdient, oder gar ab 58 arbeitslos ist, der hat das Nachsehen.

    Arbeitslosigkeit schafft Altersarmut.

    Jetzt haben wir nach 20 Jahren Mauerfall einen guten Vergleich zwischen dem kapitalistischen System und dem Sozialismus. Ich willl gleich sagen, dass ich kein DDR-Nostalgiker bin, aber eines muss man zur Kenntnis nehmen:

    Die Wertschöpfung eines Arbeiters im "Arbeiter- und Bauernstaat" war nicht so hoch, dass man sich gegenseitig die Arbeit weggenommen hätte.

    Die DDR hatte für alle Arbeit übrig, der Kapitalismus eben nicht.

  10. #10
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Altersarmut?

    Zitat Zitat von Michael Kolling Beitrag anzeigen
    Altersarmut muss nicht sein!

    Alterarmut trifft vor allem diejenigen, die wenig in die Rentenversicherung einbezahlt haben. Wer wenig verdient, oder gar ab 58 arbeitslos ist, der hat das Nachsehen.

    Arbeitslosigkeit schafft Altersarmut.

    Jetzt haben wir nach 20 Jahren Mauerfall einen guten Vergleich zwischen dem kapitalistischen System und dem Sozialismus. Ich willl gleich sagen, dass ich kein DDR-Nostalgiker bin, aber eines muss man zur Kenntnis nehmen:

    Die Wertschöpfung eines Arbeiters im "Arbeiter- und Bauernstaat" war nicht so hoch, dass man sich gegenseitig die Arbeit weggenommen hätte.

    Die DDR hatte für alle Arbeit übrig, der Kapitalismus eben nicht.
    Bitte?? Das ist eine völlig verquastete Logik, die der Lebensleistung der DDR-Bürger nicht gerecht wird und den Realitätsverlust des DDR-Staates posthum rechtfertigt!

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