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Reisebericht aus Baden-Baden
1. Ausstellung im Burda-Museum "Die Künstler der Kaiser"
Das Burda-Museum in Baden-Baden zeigt aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien eine Auswahl von Meisterwerken aus der Sammlung der Habsburger
von Kaiser Maximilian I. bis zu Franz Joseph I. (16. - 19. Jahrh.). Die Habsburger waren auch lange Zeit Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Für die Habsburger waren Künstler wie Dürer, Tizian, Velasquez tätig. Karl V. um 1550 stellte fest, daß in seinem Reich die Sonne nicht unterging.
Von den Gemälden ist das "Bildnis einer jungen Dame" von Moretta da Brescia
besonders schön. Es zeigt eine kostbar gekleidete junge Frau mit leicht melancholischem Blick. Das Haar trägt sie als Zopffrisur, Stirnhaar gekräuselt und Kopfschmuck.
Ein wunderbares Portrait ist das "Bildnis eines weißbärtigen Mannes" von Tintoretto. Bild in Seitenansicht, der Kopf dem Betrachter zugewendet. Sein Gesicht wird umrahmt von einem dichten weißen Bart, was im Kontrast steht zu seinem noch jung wirkenden Gesicht.
Velasquez malte Prinzessin Maria Theresia 1652/53, Tochter von König Philipp IV. Accessoires und Kopf der Infantin sind in einem raffinierten Zusammenspiel von Silber, Weiß und Rosa angelegt.
Von Anton Einsle gemalt: Kaiser Franz Joseph I., Sohn von Erzherzog Franz Karl und Prinzessin Sophie von Bayern, er heiratete 1854 Kaiserin Elisabeth (Sisi) seine Cousine ersten Grades. Er ließ sich am liebsten in Uniform porträtieren.
2. Damit die Gruppe nicht vergangenheitslastig wird, besuchten wir gleich nebendran in der Staatlichen Kunsthalle eine Ausstellung mit modernen Künstlern, was einem Wechselbad gleicht.
Frau Dr.Bayer führte von Raum zu Raum um uns die Raumbezogenheit von Kunst näher zu bringen.
In einem der Räume ist an der Wand ein Dachziegel angebracht. An den anderen beiden Wänden sind die Ziegel aneinandergereiht. So bietet sich dem Betrachter das Werden eines Daches. Aus einem Kleinen wird was Großes.
Dauer der Ausstellung im Burda-Haus bis 14.6.09
in der Kunsthalle bis 12.7.09
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AW: Reisebericht aus Baden-Baden
Das Bildnis einer jungen Dame ist Moretto da Brescia lediglich zugeordnet, möglicherweise stammt es von Giovanni Girolamo Savoldo (Girolamo da Brescia) oder Lorenzo Lotto. Faltenwurf, Farbschattierung und Hintergrund deuten eher auf Savoldo hin:
Vgl. Ritratto di donna 1525
http://www2.comune.roma.it/museicapi...a3_savoldo.htm
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AW: Reisebericht aus Baden-Baden
Bildnis einer jungen Dame, Il Moretto zugeordnet, zum Vergleich:
http://www.liechtensteinmuseum.at/de...02007152859857
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AW: Reisebericht aus Baden-Baden
Zu Bildnis einer jungen Dame
Aus den im Zuge der Restaurierung durchgeführten technologischen Untersuchungen geht hervor, dass die junge Frau ursprünglich ein geschlossenes V-förmiges Dekolletee trug und ihr Mieder geschnürt war - vergleichbar Tizians Wiener Lavinia aus dem Kunsthistorischen Museum. Zudem war ihr Blick vorher un die Ferne gerichtet. Auf diese nachträgliche Abwandlung verweist eine Änderung im Faltenwurf des Rockes, der in diesem Bereich schematischer ausgeführt ist und nicht die organische Faltenbildung des restlichen Kleides aufweist.
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AW: Reisebericht aus Baden-Baden
Gabel und Löffel - Mitte bis 2.Hälfte 16. Jahrh.
aus der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II.
Dieses exotische und aus wertvollsten Materialien hergestellte Tafelgerät ist bereits im Inventar der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II. aus den Jahren
1607-1611 angeführt.
Von der Prager Kunstkammer gelangte es schließlich in die kaiserliche Schatzkammer nach Wien und ist hier ausführlicher beschrieben.
"Ein Löfel samt Gabel, woran ein Spitz abgebrochen, die fassung von musiertem Gold und mit 113 stuck sehr kleinen rubinen garnirt".
Die Laffe des Löffels sowie die Zinken der Gabel wurden aus vollkommen reinen durchsichtigen Bergkristall gebildet.Die besondere Wertschätzung , die man diesen Geräten entgegenbrachte, resultiert sowohl aus deren wertvollen materiellen Beschaffenheit, als auch aus ihrer exotischen Herkunft und der Achtung vor der großen Kunstfertigkeit, mit der sie gefertigt wurden. Die erlesenen Kleinode sind - wohl nach europäischen Vorgaben - für einen hochrangigen Auftraggeber in Ceylon (Sri LaNKA) entstanden.
Vor der Renaissance kannte man noch keine Gabel und keinen Löffel.
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AW: Besuch des Kunstmuseums in Stuttgart 21.4.09
Thema: Drei. Das Triptychon in der Moderne.
Das Triptychon drückt grundsätzlich die Aura des Erhabenen aus. In der Mitte befindet sich die Hauptsache, rechts und links davon das weniger Wichtige. Die Blütezeit des Triptychons ist 15. - 17. Jahrh., danach war es verschwunden. Ende des 19. Jahrh. tauchte es wieder auf.
Begonnen haben wir unter sachkundiger Führung mit einem kleinen Retabel
"die Anbetung der Könige" aus dem Jahre 1480.
Von Robert Longo gibt es eine Kohlezeichnung "The Haunting" 2005. Das Werk ist sofort zu erkennen. Es zeigt den Anschlag auf das World Trade Center in New York September 2001. Die Mittelfläche des Bildes ist total schwarz. An den Seiten malt er die Flugzeuge in unterschiedlichen Perspektiven, er verwendet eine andere Strategie.Die Flugzeuge fliegen geradewegs auf das schwarze Loch zu.
Dieses Bild wirkte auf mich unheimlich und voller Spannung.
Herman de Vries "Rasenstück" 2003
Er befaßt sich mit der Natur, mit Wiesen und Wäldern. Sein Rasenstück zeigt hochgewachsene Gräser. Die Gräser wurden gepreßt, dann getrocknet und eingerahmt. Eigentlich ist es kein Triptychon, sondern 3 Bildtafeln, gleichgroß und zusammengehörend. Über die Gräser scheint ein leichter Wind zu wehen, der sie nach verschiedenen Richtungen bewegt.Ein Stück Natur wird besonders herausgehoben.
Mit dem Thema Krieg beschäftigt sich vorwiegend Otto Dix, ebenso Joe Coleman. Zitat von William Blake: "Die Tiger des Zorns sind weiser als die Pferde der Belehrung".
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AW: Reisebericht aus Frankfurt Städel-Museum
Botticelli-Ausstellung am 15.12.09
Die Botticelli-Ausstellung war an diesem Tag überaus gut besucht, so daß unsere Gruppe erst im Laufe des Nachmittags eine Führung bekam.
Botticelli war in Florenz geboren und ein Maler der Renaissance. Er malte ideale Schönheiten aus der Antike entlehnt.Seine Bilder sind von feiner Melancholie gezeichnet. Eines seiner bekanntesten Werke ist
die Geburt der Venus 1477
Sie wirkt überirdisch schön, nicht aus Fleisch und Blut. Dieses Gemälde erinnert an die Denkrichtung Platons. Botticelli arbeitete für die Medici, was ihm viel Ehre einbrachte. Eines seiner letzten Gemälde unter den Medici`s war
Pallas Athene bändigt den Kentauren 1482
Die Medici`s wurden später aus Florenz vertrieben. Botticelli litt sehr darunter, er änderte in dieser Zeit auch seinen Malstil, damit entfernte er sich von der üblichen Malerei und bekam auch keine Aufträge mehr.
Es werden ca. 80 Werke von ihm gezeigt, es lohnt sich also, diese Ausstellung zu besuchen.
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