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Thema: Gedichte für das neue Forum

  1. #31
    aphilia - bachelor
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    AW: Gedichte für das neue Forum

    irgendwann wird es soweit sein das nichts
    ein mensch wird dich verlassen und nicht
    du fragst ob alles gut so ist - so lässt
    wenn du nichts mehr sagen kannst
    wirkt es jetzt ?

    irgendwo wird er dann sein nicht halb sondern ganz
    auf dem abenteuerspielplatz seiner seele kleckst
    er wolkenträume malend seinen lebenstanz - stirbt sich fest
    wenn du hochschaust nichts mehr sehen kannst
    wirkt es echt ?

    irgendwie wie immer bis zuletzt
    du findest fußstapfend seinen weg nimmst seine hand
    langsam aufgefüllt von staub von sand - wirkt er verletzt
    wenn du dich nicht erinnern kannst
    wirst du es

  2. #32
    aphilia - bachelor
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    AW: Gedichte für das neue Forum

    morgens tagtag ausgeatmet
    gebognes tamtam schauspektakel
    reich an tagen liegt der kopf
    auf seite auf übt bass
    herr schopf in F-Dur's hügelpass


    undso schmeckts buntbildwahnend
    meines lebens reich gewürzter
    fleisch getürmter meterbahnen
    könig könig umgestürzter


    könig könig meiner furcht
    ich stapel's länglich unbesorgter
    schleich verkehrt herum gestorcht
    zwischen ihren beinen durch

  3. #33
    aphilia - bachelor
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    AW: Gedichte für das neue Forum

    Sehnsucht


    von zitter umgetreten langsam steigend
    aufgekernt das leben seine brandung
    wir kommen stehen gehen bleibend
    machen uns den regen ab und an bunt
    nichtseifer in einem wolkenturm
    schimmert ein auge auf zeitlupe herab
    zu nah zum nielesen offen zwinkernd schach
    mitunter nicht mitunter doch dann matt
    in mir war licht jetz ist es fast

    das geräusch das ein blatt schweigt
    wenn es auf den boden segelt
    aufschlägt dabei stirbt und bleibt
    das geräusch ist in mir wenn
    du gehst und nichts mehr heisst
    du warst mein dach der zeit

    mein finger streichelt töne
    musik die nicht spielt schreibend sie ins ich
    mit jedem augenschlag verweilt zereint
    ein moment den du meiner fantasie entreisst
    nachtfarbenkippelnd
    sehe ich den regenbogen des mondes
    erschauere ins glück gehisst
    ins nichts bring dich zurück

  4. #34
    aphilia - bachelor
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    AW: Gedichte für das neue Forum

    Diese Gedichte klingen heute am Frühlingsanfang z. T. sehr traurig. vielleicht muss man sich in bestimmten Situationen zu ausdrücken. Mir geht es gerade auch nicht gut, weshalb ich es mitfühlen kann.

  5. #35
    aphilia - bachelor
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    AW: Gedichte für das neue Forum

    du bist für mich eine tropfsteinhöhle
    die sich verlaufen hat in tagen
    als lautstark in mein leben tropfenden sonaten
    lässt du mich auch fallen ist es dankbarkeit die mich bestellt
    wie ein kreuz in deinen hallen vor dem du deinen sinn
    von mir erhältst

    du würdest niemals meinen tag bestehen
    diesen ich ohne dich
    und bleibt dein wissen über mich auch eben
    bist du der grund der zu mir spricht zu leben

    die ader die mich hält
    in der ich klare himmel sehe
    steht mager auf der welt
    weil ich den rest von meinem selbst
    durch ein paar worte deiner stimme lebe
    und jedesmal dass du es wagst an mich zu denken
    verschonst du mich mit dem gefühl von tausend wänden

  6. #36
    aphilia - bachelor
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    AW: Gedichte für das neue Forum

    so hab mich ersmal ausgetobt, bis dann

  7. #37
    Jolande1950
    aphilia - Gast

    AW: Gedichte für das neue Forum

    geschnitten oder am stück
    gekauft oder geht zurück

    bescheiden oder mondän
    genossen oder nur geseh´n

    entschieden oder zunächst
    verheiratet oder vorläufig, unverbindlich, unversündlich...

    jetzt bist du dran, sag es, wag es, ich warte nicht mehr lang...

  8. #38
    Eine Freundin
    aphilia - Gast

    AW: Gedichte für das neue Forum

    Mein Advent

    Die besinnliche Zeit am zweiten Advent,
    nur noch die Großmutter kennt.
    Die Hektik ist überall in unsrer Stadt.
    Sie drücken sich an den Schaufensterscheiben platt.
    Lieben und Frieden wie zu Nazareth's Zeit.
    Weit, weit, weit.

    Schenk wenig und herzlich,
    's ist alles so viel Wert,
    wie es den Beschenkten ehrt.

  9. #39
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Gedichte für das neue Forum

    Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
    Ein milder Stern herniederlacht.
    Vom Tannenwalde steigen Düfte
    und hauchen durch die Winterlüfte,
    Und kerzenhelle wird die Nacht.

    Mir ist das Herz so froh erschrocken.
    Das ist die liebe Weihnachtszeit!
    Ich höre fernher Kirchenglocken
    Mich lieblich heimatlich verlocken
    In märchenstille Herrlichkeit.

    Ein frommer Zauber hält mich wieder,
    Anbetend, staunend muß ich stehn.
    Es sinkt auf meine Augenlider
    Ein goldner Kindertraum hernieder,
    Ich fühl 's: ein Wunder ist geschehn.

    Theodor Storm

  10. #40
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Gedichte für das neue Forum

    Theodor Storm: Weihnachtabend 1852

    Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
    Der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
    Weihnachten war's; durch alle Gassen scholl
    Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.

    Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
    Drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
    »Kauft, lieber Herr!« Ein magres Händchen hielt
    Feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

    Ich schrak empor, und beim Laternenschein
    Sah ich ein bleiches Kinderangesicht;
    Wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
    Erkannt ich im Vorübertreiben nicht.

    Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
    Noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
    »Kauft, lieber Herr!« den Ruf ohn Unterlaß;
    Doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

    Und ich? - War's Ungeschick, war es die Scham,
    Am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
    Eh meine Hand zu meiner Börse kam,
    Verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

    Doch als ich endlich war mit mir allein,
    Erfaßte mich die Angst im Herzen so,
    Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein
    Und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

    Theodor Storm

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