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aphilia - prof
Kurzgeschichten
(M)eine kleine Kurzgeschichte
Die Hollywoodschaukel
Die Terrasse ist mein Vorzeigeobjekt im Garten. Wenn Gäste kommen, wird sie hübsch hergerichtet und dekoriert. Die Gartenmöbel sind sehr bequem, der Blick von den Gartenstühlen schweift zu Lavendel, Glockenblumen und Storchenschnabel. Der Elektrogrill ist die neueste Errungenschaft, gerne bestaunt und oft in Beschlag genommen.
Die arme Hollywoodschaukel führt dagegen ein Schattendasein. Oh, sie hat so lange und treu ihren Dienst versehen, doch Undank ist der Welten Lohn!
Zwischen einem Haufen zerbrochener Pflanzkübel und einem Loch, aus dem einmal ein Gartenteich werden sollte, fristet sie ihr kümmerliches Dasein. Der Lack blättert ab, aus den Sitzpolstern und dem Sonnenschutz quillt schon der Schaumstoff.
Einzig wenn Kinder zu Besuch kommen, macht sie sich bemerkbar, dann quietscht und quiekt es aus Schaukelscharniere und Kindermund! Die Schaukel macht den Takt, die Kinder singen im Chor.
Die Eltern horchen und schauen gleich entspannter in Richtung des orangefarbenen Monstrums. Die Kinder sind dort "glücklich hyperaktiv". Solange alles quietscht und quiekt, ist alles gut!
Ich frage den Leser und die Leserin: "Haben sie einen Hausmeister im Freundeskreis?" Sicher haben sie einen, denn es sind nützliche Geister! Doch hüten sie sich, ihn auf den Garten loszulassen. Da hat er nichts verloren. Sie fragen, warum? Weil diese Menschen einfach alles reparieren wollen, was ihnen in die Hände fällt, selbst quietschende Hollywoodschaukeln!
Wissen sie, warum es Kuhglocken gibt?
Damit die Kühe nicht verloren gehen!
Wissen sie, warum es quietschende Hollywoodschaukeln gibt?
Wenn sie es nicht wissen, haben sie keine Kinder - noch nicht einmal zu Besuch!
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aphilia - prof
AW: Kurzgeschichten
Meine zweite Kurzgeschichte:
Das kleine Pferd Adalbert
Es war einmal ein kleines Pferd, und das hieß Adalbert. Es stand in einem riesengroßen Reiterhof und es war ganz schrecklich unglücklich. Das kleine Pferd Adalbert wusste nämlich nicht, wo es hingehörte. Ja, die anderen Pferde hatten alle ganz besondere Aufgaben und trugen die Mähne stolz. Es waren erfolgreiche Rennpferde, gehorsame Dressurpferde oder kraftvolle Springpferde. Vor den besten Turnierpferden hatte Adalbert eine Heidenangst, denn sie waren mit der knallenden Gerte dressiert. Adalbert wurde immer nur ausgeschimpft. Mehrmals hatte er sein Halfter abgestreift. Den Longiergurt ließ er sich nur widerwillig anlegen. Eines Tages wieherte er so unglücklich, dass der Stallknecht aus dem Mittagsschlaf erwachte. Er brachte Adalbert frisches Heu. Adalbert fraß und war satt, aber glücklich, nein glücklich wurde er dadurch nicht.
Und so machte er sich auf seinen vier Hufen in die Welt hinaus. Adalbert galoppierte zuerst schnell und weit, dann schritt er langsam und bedächtig. Immer musste er auf der Hut sein, vor der Polizei, den Jägern, und den Besitzern des Reiterhofs. Alle wollten ihn fangen. Schließlich entdeckte er ein Zirkuszelt. Adalbert schloss sich dem Zirkus gleich an. Er lernte einige Kunststücke, doch auch hier wurde er nicht glücklich: Er musste er sich mit einem traurigen Clown in die Fußgängerzone stellen und um Futter betteln. Lang hielt es Adalbert im Zirkus nicht aus, und er trabte wieder von dannen. Adalbert fühlte sich schrecklich allein auf dieser Welt.
Doch auf einmal, Adalbert war am Wegesrand eingeschlafen, preschten über 100 Pferde über die Wiese. Überall spielte Musik, und die Menschen trugen bunte Kostüme aus einer anderen Zeit. Auf einer Eisenbahnschiene fuhr ein Wagen hin und her, darauf ein Mensch mit einem Gerät, das Adalbert noch nie gesehen hatte. Es war eine Filmkamera.Tatsächlich, Adalbert war mitten in einem Filmdreh gelandet. Seine Augen leuchteten, denn das war seine Welt. Er durfte in einem Ritterfilm mitspielen, Postkutschen ziehen und Prinzessinnen tragen. Adalbert war endlich glücklich!
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Fallschirmsprung
Fallschirmsprung
4000 Meter Höhe
Geburt
Helikopter-Kreißsaal
Die Schwestern grinsen
Kreißbett-Hinsetzen-Aufstehen-Gebärstuhl: du musst jetzt!
Presswehen
Muttermund öffnen
Pressen
Bis es rausgepresst ist
Atemtechnik einsetzen
Pfleger stehen an den Schultern: du musst jetzt!
Nabelschnur ab
3000 Meter Höhe
Kindheit
1000 Meter in 60 Sekunden
Schönste Zeit, unbeschwerte Zeit
Lachen in den Augen
Freier Fall ins Leben
Sorgenfreier Fall ins Leben
Schnell vorbei
2000 Meter Höhe
Erwachsensein
Fallschirm öffnen
Geschwindigkeit verringern
Wetterbedingungen prüfen
Fallschirm steuern so gut es geht
Vorausschauender Flug
Der Horizont ist weit
1000 Meter Höhe
Alter
Fallschirm prüfen
Reserven einteilen
Landeplatz im Visier
Du musst nicht mehr
Du willst jetzt
Du willst noch fliegen
Du willst noch langsamer fliegen
Atemtechnik
Pflegebett
Dekubitusschutz
Aufrichten wollen
Sehen wollen
Der Horizont wird enger
0 Meter Höhe
Flugende
Tod
Ärzte
Priester
Der Fallschirm wird eingerollt
Der Hubschrauber startet wieder. Ich bin nicht mehr an Bord. Ein neuer Fallschirmspringer wird nach oben gebracht. Der Pilot blickt auf den Höhenmesser. Fast 4000 Meter...
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