Hallo Forum,
es fällt mir immer wieder auf, dass bei der Diskussion um die Gesamtschule völlig unterschiedliche Vorstellen über diesen Schultyp herumgeistern.
Damit die Gesamtschule überhaupt gelingen kann, müssen die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden.
Als vierte Schulform neben bereits existierenden Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien ist sie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wenn es ein Gymnasium im Schulsprengel der Gesamtschule gibt, werden die besten Schüler entzogen, was bleibt ist eine Hauptschule plus Realschule.
Außerdem benötigt die Gesamtschule eine eigene, neue Lernkultur (Individualisierung durch den Wochenplan und das Lerntagebuch). Das Lernen muss für bessere und schlechtere Schüler jederzeit möglich sein.
Die Politiker sollen aufhören, die Schulen mit ihrer Knauserei kaputt zu sparen. Für alles ist Geld da, für die Banken, die Abwrackprämie, die Kaufhausketten... Deutschland liegt bei den Aufwendungen pro Schüler bis zur 10. KLasse unter dem OECD-Durchschnitt. Quelle: Das Bildungsprivileg (Bruno Preisendörfer: Das Bildungsprivileg, S. 48)
Liebe Leute, die Schule ohne Selektion ist nicht umsonst zu haben. Sie braucht Arbeitsräume, Ruheecken, Differenzierungsgruppen, Musikinstrumente, eine Schulbibliothek und eine Schulbühne.
Von Luft und Liebe alleine kann auch die Gesamtschule nicht gelingen. Aber die Investition lohnt sich auf lange Sicht!
Als Literatur zur neuen Gesamtschule empfehle ich diese Bücher:
Disziplin ohne Angst (Wolfgang Bergmann)
Das Bildungsprivileg (Bruno Preisendörfer)
Schlaue Kinder, schlechte Schulen (Christian Füller)

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