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Thema: Krieg

  1. #1
    aphilia - prof Avatar von Steinlaus
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    Krieg

    Der Krieg ist der Vater aller Dinge?

    Mir geht schon immer Frage im Kopf herum, warum uns (mich eingeschlossen) der Krieg so fasziniert. Zugegebenermaßen übertünchen wir diese Kriegsbegeisterung, sind gegen Krieg und Gewalt, aber eigentlich?
    Als Kind fängt es an, jeder spielt gerne Cowboy und Indianer. Ich bin damals in der MC auf Zeltlager gefahren und habe Nachtwachen gehalten, unsere Fahne verteidigt und die feindliche Fahne erobert. Jeder Junge hat Freude daran gehabt, einmal den großen militärischen Kämpfer zu spielen.
    Sind wir ehrlich zu uns, dann müssen wir diesen Hang zum Krieg eingestehen.

    Grüße von der
    Steinlaus

  2. #2
    aphilia - bachelor
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    13.03.2010
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    15

    AW: Krieg

    Zitat Zitat von Steinlaus Beitrag anzeigen
    Der Krieg ist der Vater aller Dinge?

    Jeder Junge hat Freude daran gehabt, einmal den großen militärischen Kämpfer zu spielen.
    Woher nimmst Du diese Gewißheit?
    Geht es da wirklich um die Freude, ein militärischer Kämpfer zu sein?
    Diese Aussage halte ich für geradezu gefährlich.


    Ein Plädoyer für den Krieg?


    Dazu aus Aufzeichnungen von Voltaire.

    Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Herrn Voltaire. Aufgezeichnet von ihm selbst
    Geschrieben 1759 - Erlebnissen am Hofe Friedrich II.

    Voltaire

    S. LXII
    Friedrich II."Zu jenen Erwägungen füge man meine stets einsatzbereiten Truppen, meinen wohlgefüllten Schatz und die Beweglichkeit meines Charakters hinzu; das waren die Gründe für mich mit Maria Theresia, Königin von Böhmen und Ungarn, Krieg zu führen."Und einige Zeilen weiter steht wörtlich:"Ehrgeiz, Eigennutz und der Wunsch, von mir reden zu machen, rissen mich hin; und der Krieg ward beschlossen."…………..Ein so seltenes Bekenntnis sollte der Nachwelt erhalten bleiben und dazu dienen, den Menschen zu zeigen, worauf fast alle Kriege beruhen."

    Wie ordnest Du das ein?

    Gruß, konsens.

  3. #3
    aphilia - prof Avatar von Steinlaus
    Registriert seit
    03.02.2009
    Beiträge
    331

    AW: Krieg

    Zitat Zitat von konsens Beitrag anzeigen
    Friedrich II."Zu jenen Erwägungen füge man meine stets einsatzbereiten Truppen, meinen wohlgefüllten Schatz und die Beweglichkeit meines Charakters hinzu; das waren die Gründe für mich mit Maria Theresia, Königin von Böhmen und Ungarn, Krieg zu führen."Und einige Zeilen weiter steht wörtlich:"Ehrgeiz, Eigennutz und der Wunsch, von mir reden zu machen, rissen mich hin; und der Krieg ward beschlossen."…………..Ein so seltenes Bekenntnis sollte der Nachwelt erhalten bleiben und dazu dienen, den Menschen zu zeigen, worauf fast alle Kriege beruhen."

    Wie ordnest Du das ein?

    Gruß, konsens.
    Tja,
    gerade bei Friedrich II. klaffen Theorie und Praxis schmerzlich weit auseinander. Ganz im Gegensatz zu seinem offen militaristischen aber uneitlem Vater, Preußens Soldatenkönig.
    Der feinfühlige Sohn wollte vieles "antimachiavellistisch" besser machen, und hat doch einige Kriege angezettelt.
    Wenigstens in Sachen Selbsterkenntnis muss man ihm ironiefrei zustimmen. Die Geschichte zeigt die Tragik der Menscheit.

    Grüße von der
    Steinlaus

  4. #4
    aphilia - master
    Registriert seit
    12.03.2009
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    64

    AW: Krieg

    Zitat Zitat von Steinlaus Beitrag anzeigen
    Tja,

    Der feinfühlige Sohn wollte vieles "antimachiavellistisch" besser machen, und hat doch einige Kriege angezettelt.
    Die Abschaffung der Folter in Preussen ging auf Friedrichs PLus-Konto.

  5. #5
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Krieg

    Zitat Zitat von Steinlaus Beitrag anzeigen
    Der Krieg ist der Vater aller Dinge?

    Mir geht schon immer Frage im Kopf herum, warum uns (mich eingeschlossen) der Krieg so fasziniert. Zugegebenermaßen übertünchen wir diese Kriegsbegeisterung, sind gegen Krieg und Gewalt, aber eigentlich?
    Als Kind fängt es an, jeder spielt gerne Cowboy und Indianer. Ich bin damals in der MC auf Zeltlager gefahren und habe Nachtwachen gehalten, unsere Fahne verteidigt und die feindliche Fahne erobert. Jeder Junge hat Freude daran gehabt, einmal den großen militärischen Kämpfer zu spielen.
    Sind wir ehrlich zu uns, dann müssen wir diesen Hang zum Krieg eingestehen.

    Grüße von der
    Steinlaus
    Also ich bin ehrlich und gestehe diesen Hang ein. Bin ja eigentlich jemand, der Gewalt und Krieg grundsätzlich ablehnt...und dennoch habe ich ein Faible für Zinnsoldaten, wenn ich am Klavier hocke und vor mich hinklimpere kommen auch nicht selten Lieder wie "Fridericus Rex" oder "Lützows wilde Jagd" raus und vom Katapult bis zu modernen Sturmgewehrer fasziniert mich die Technik dahinter.

    Ich für meinen Teil denke, dass dieser Hang zum Krieg wirklich von sowas wie "Cowboy und Indianer" kommt. Die menschliche Geschichte ist nunmal eine Aneinanderreiung von Kriegen, in denen es darum geht, wer stärker ist. Als Kind sucht man sich automatisch Helden, aber was ist ein Held? Ein Held ist für ein Kind immer erstmal jemand, der besser ist als alle anderen.
    Aber woran erkennt man, das jemand besser ist? Für ein Kind ist das "besser sein" in bzw. der Wissenschaft zu abstrakt, denn woran kann es denn festmachen, wer der "bessere"(bzw. "tollste") Wissenschaftler war. Bei "Kriegern" ist das einfacher, da ist immer der besser, der gewinnt. Das einzige, wo man das noch leicht sehen kann, ist im Sport.
    Dann bleibt da noch die Frage der Umsetzbarkeit. Ein Kind will seinen Helden nachspielen können, sich in ihn hineinversetzen. Und es sollte möglichst noch mit viel Bewegung verbunden sein, als Kind hat man ja schließlich doch einen gewissen Drang zu toben. Da schneidet dann sojemand wie Einstein oder Dürer natürlich schlecht ab. Im Grunde bleibt also auch hier wieder nur der Sport oder das Krieg spielen übrig.
    Dann kommt noch das Thema "Phantasie" dazu. Ein Kind hat sehr viel Phantasie und will sie auch umsetzen und voll ausleben. Und da kommt das Krieg spielen dem mehr entgegen als der Sport. Beim Sport kann man sich gerade mal vorstellen, wie man auf einem flachen, grünen Rasen steht. Bei Cowboy und Indianer wird der Tisch zur Höhle, der Sessel zum Felsen und der Teppichboden zur Prärie.

    Fazit: Beim Krieg spielen ist alles erfüllt, was so ein Kind will: Ein Held, bei dem man weiß, wie man ihn darstellen kann, viel Bewegung und viel Phantasie. Das macht als Kind (da vermutlich mehr bei Jungen) den Reiz an "Cowboy und Indianer" und ähnlichem aus. Später (im Grunde schon beginnende sobald man aus dem Cowboy-Alter raus ist), kommt vielleicht noch ein bisschen Nostalgie hinzu, selbst wenn es einem als vielleicht 12-Jähriger nicht bewusst ist. Die Welt heutzutage ist nunmal kompliziert, früher war alles einfacher und überschaubarer. Na und was weiß man denn von früher? Natürlich in erster Linie die ganzen Kriege.
    Dieser Hang zum Krieg ist also meiner Meinung nach etwas ganz natürliches. Und ich muss ehrlich sagen...ich finde es nicht schlimm. Nicht jeder, der Cowboy und Indianer gespielt hat, wird hinterher zum Massenmörder. Genausowenig, wie eine absolut gewalt- und kriegsfreie Erziehung es verhindern kann.

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