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Thema: Hochbegabung

  1. #1
    aphilia - bachelor
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    Hochbegabung

    IQ und andere Kriterien für Hochgbegabung? Ich stelle gerade einen Hochbegabungs-Katalog zusammen.

    IQ beginnt für Hochbegabung eigentlich bei 130
    Man kann das aber nicht nur an einer Zahl festmachen, sondern muss auch spezifische Eigenschaften berücksichtigen, die sich in mehrere Kategorien einsortieren lassen. Nur die Verbindung von Eigenschaften und IQ-Test macht ein Ergebnis einigermaßen "sicher". Ist halt sehr schwierig, da pauschal zu urteilen. Gibt ja z.B. auch AD(H)S-Kinder, die hochbegabt sind. Da vermutet man es oft am wenigsten.
    Meine spezifischen Kriterien sind:

    allgemein:
    - abgeschlossenes Hochschulstudium
    - sehr gute und leicht erworbene Schulnoten während der Grundschulzeit
    - deutlich verringertes Schlafbedürfnis, das durch kurze Schlafphasen untertags ergänzt wird
    - Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein: eher negative Ausprägung
    - starker Freiheitsdrang (der zu selbstständiger, freiberuflicher Tätigkeit motiviert)
    - Lebensgrundgefühl: negative oder euphorische Ausprägung; Frustrationsgefühle, wenn die Fähigkeiten nicht angemessen realisiert werden

    Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung im Gehirn:
    - rasche Auffassungsgabe

    Umgang mit/Aufnahme von Informationen:
    - frühes Lesen (vor Schulbeginn, selbst beigebracht)
    - vielseitiges Lesen (Lektüre zu verschiedenen Themen)
    - häufiges Lesen (z.B. jeden Monat wenigstens 1 Buch oder regelmäßig Fachzeitschriften)
    - aus eigenem Antrieb und in raschem Tempo Umgang mit Zahlen und Rechnen üben
    - intensive und frühe Nutzung eines Computers
    - vielseitige Interessen an allen möglichen Themen und Hobbys (die für Außenstehende oft nicht in Zusammenhang zu stehen scheinen)
    - Freude am Recherchieren, Aufbau eines eigenen Archivs

    Abgabe von Informationen:
    - gesprochene Sprache den Gleichaltrigen weit voraus
    - selbst initiierte Freizeitaktivitäten

    Aufnahme und Abgabe von Informationen speziell im zwischenmenschlichen Bereich:
    - hohe Sensibilität für innerpsychische und fremdpsychische Zustände und Geschehnisse --> negative Ausprägung: führt zu erhöhter Störbarkeit in Bezug auf das Selbstwertgefühl
    - durch höhere Leistungsfähigkeit im intellektuellen Bereich überlegen in sozialen Kompetenzen im Kindesalter, zeigt sich bsplw. im Aushandeln vom Kompromissen

    Vernetztes Denken:
    - deutlich vergrößerter Wortschatz, auffallendweit entwickelter sprachlicher Ausdruck im Kindesalter
    - gutes logisches Denken und frühes Abstrahieren
    - Vorliebe für ordnende und gliedernde Tätigkeiten (hat nichts mit ordentlich sein zu tun!)
    - Neigung zum Perfektionismus, kann sich positiv wie negativ auswirken
    - Schreiben aus eigenem Antrieb (Tagebuch ab der Pubertät)
    - Bücher schreiben (bereits im Grundschulalter)
    - ausgeprägte, anhaltende Kreativität

    Vernetzung von Menschen:
    - Empathie (sich in andere Menschen und deren Probleme einfühlen)
    - ausgeprägte Fähigkeit zur Identifikation mit fremden Personen und Schicksalen
    - ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl
    - hohe Eigenverantwortlichkeit --> negative Ausprägung: extrem eigensinniges bis uneinsichtiges Verhalten, wenn der eigene Wille nicht durchgesetzt werden kann
    - typische vernetzte Berufe: Fluglotse, Unternehmer, Psychologe, Politiker, Werber

    Vernetzung von Objekten:
    - Erfindungsreichtum, Kreativität mit Objekten

  2. #2
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Hochbegabung

    Ein abgeschlossenes Hochschulstudium m u s s nicht sein,
    prominente hochbegabte Studienabrecher:

    Bill Gates, Steven Spielberg, Günther Jauch, Charles Darwin, Vinvent van Gogh, usw.
    Nicht jeder Studienabbrecher ist ein Versager :=)

  3. #3
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Hochbegabung

    Hallo,

    na was für eine Aufzählung. Hochbegabte sind auch nur Menschen und nicht immer die hochgelobten Genies. Es gibt viele Hochbegabte die erst als Erwachsenen von ihrer Begabung erfahren. Vlt. mal das Buch "Ganz normal hochbegabt" von Andrea Brackmann zu rate ziehen.

  4. #4
    aphilia - bachelor
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    AW: Hochbegabung

    Hallo Ougenweide,
    kennst du genügend Hochbegabte, auf die deine Kriterien zutreffen?
    Ich meine, dass du die sprachliche und kommunikative Seite überbetonst. Es gibt auch unter den introvertierten Menschen Hochbegabte, die jedoch weniger auffallen, da sie ihre Leistungen nicht so gut vermarkten.
    Hohe Intelligenz führt auch häufig zu Entscheidungsschwäche, da ein sehr kluger Mensch sehr viel mehr Für und Wider abzuwägt, als es einem weniger klugen überhaupt in den Sinn kommt.

  5. #5
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Hochbegabung

    lies mal Andrea Brackmann: "Jenseits der Norm, Hochbegabt und Hochsensibel!

  6. #6
    aphilia - bachelor
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    AW: Hochbegabung

    Ich glaube, Hochbegabung muss man ganz streng trennen von dem Erfolg, den man in der Schule oder in der Uni gehabt hat. Viele hochbegabte Menschen kommen einfach mit dem System Schule nicht zurecht und können daher ihre Fähigkeiten nicht zum Ausdruck kommen lassen.

    Bei vielen Hochbegabten liegt auch eine soziale Schwäche vor, sodass diese schonmal bei Referaten, Projekten, Präsentationen und so weiter immer ihre Probleme haben werden, was sich auch auf den beruflichen Erfolg auswirken kann.

  7. #7
    aphilia - master Avatar von smilla
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    AW: Hochbegabung

    Zitat Zitat von claudi Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Hochbegabung muss man ganz streng trennen von dem Erfolg, den man in der Schule oder in der Uni gehabt hat.
    Viele Hochbegabte haben ihr Studium abgebrochen. Abgeschlossenes Studium ist kein Kriterium für Hochbegabung.

  8. #8
    aphilia - bachelor Avatar von evi78
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    AW: Hochbegabung

    Hallo,

    ich glaube, Hochbegabung ist für bestimmte Phänomene nicht das richtige Wort.
    Wenn jemand z. B. endlose Zahlenreihen memoriert, aber keinen Nagel in die Wand schlagen kannn, ist der/die noch lange nicht hochbegabt.
    "Sonderbegabt" wäre vielleicht passender.

    LG evi

  9. #9
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Hochbegabung

    Zitat Zitat von evi78 Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich glaube, Hochbegabung ist für bestimmte Phänomene nicht das richtige Wort.
    Wenn jemand z. B. endlose Zahlenreihen memoriert, aber keinen Nagel in die Wand schlagen kannn, ist der/die noch lange nicht hochbegabt.
    "Sonderbegabt" wäre vielleicht passender.

    LG evi
    Sonderbegabung fällt m. E. nicht unter die Kategorie Hochbegabung. Im Ausgansposting wird deshalb eine Reihe von Faktoren genannt. Sonderbegabte kennen wir doch von Wetten Dass, meistens sind es Durchschnittsmenschen mit irgendeinem spleen. Mit kriteriumsorientierten Tests lässt sich das sauber trennen.
    Echte Hochbegabte brauchen Förderungen, die es ihnen ermöglicht, ihr Lerntempo selbst zubestimmen, um Frustrationen zuvermeiden. In den USA gibt es dazu das DTPI-Modell (1.Phase Diagnostic Testing / 2. Phase Prescripiv Instruction).

  10. #10
    aphilia - bachelor Avatar von G.Danke
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    AW: Hochbegabung

    Immer dieses Kastendenken. Warum muss man Hochbegabung Katalogisieren können. Wer selbst hochbegabt ist weiß auch von den vielen Nachteilen mit dem man leben muss. Stellen Sie sich vor, jemand erklärt Ihnen ein Problem dass Sie mühelos bereits nach ein paar Sätzen verstanden haben. Die Höflichkeit verlangt, dass man trotzdem weiter zuhört, das ist quälend. Es ist auch extrem schwer in einer Kantine oder an einen anderen Ort den Gesprächen zu folgen, weil die Interessen einfach ganz anders liegen. Mit etwas Übung schafft man ein paar Smalltalks aber mehr nicht. Also zieht man sich meist zurück und gilt dann als introvertiert und eigensinnig.

    Es kostet unheimlich viel Mühe ganz normale Dinge des täglichen sozialen Zusammenlebens zu erfüllen. Manchmal denke ich es ist einfacher im guten Mittel (IQ 100) zu liegen. Dann muss man nicht mehr jeden Tag viele selbstverständliche Dinge in Frage stellen. Wenn Sie morgen Auto fahren und an einer Ampel stehen beobachten Sie mal wie viele Leute Sie sehen die zu schlafen scheinen. Wenn Sie täglich zu Fuß zur Arbeit gehen, was fällt Ihnen auf Ihrem Weg wirklich noch auf. Gehen Sie einfach immer wieder mal einen anderen Weg, damit Sie nicht zum Tagschläfer werden.

    G.Danke

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