Das Unwort des Jahres 2010....
Das Unwort des Jahres 2010....
Zeitloses Unwort: Robbenjagd
(Babyrobben werden auf dem Eis erschlagen. Jagd??? Wenn dann Robbenschlachtung)
Man könne in Afghanistan "Umgangssprachlich von Krieg reden"
Karl-Theodor zu Guttenberg (Verteidigungsminister bzw. Kriegsminister)
"Wolfram Alpha versteht noch kein Deutsch"
Selbstvermarktung & "den eigenen Marktwert erhöhen"
Anmerkung: Das & ist ein kaufmännisches Zeichen. Kaufmänner handeln mit Waren - nicht mit dem Menschen selbst.
le petit parrot
Wie soll man sonst dazu sagen? 39 Soldaten der Bundeswehr starben seit Beginn des Afghanistan-Krieges. Allein beim Kunduz-Angriff starben über 100 Afghanen. Wenn auf beiden Seiten geschossen wird, dann heißt es Krieg, und nichts anderes wollte der Verteidigungsminister sagen. Ein "Unwort" ist der Krieg hier nicht - wie auch immer man den Afghanistaneinsatz beurteilen mag, das steht auf einem anderen Tableau.
Ob sich Deutschland im Kriegszustand befindet oder nicht, entscheidet nicht der Verteidigungsminister, sondern der Deutsche Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates! Der Kriegszustand wird dann vom Bundespräsidenten bestätigt. So steht es im §115a des Grundgesetzes:
Artikel 115a [Begriff und Feststellung]
(1) Die Feststellung, daß das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht (Verteidigungsfall), trifft der Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates. Die Feststellung erfolgt auf Antrag der Bundesregierung und bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, mindestens der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages.
(2) Erfordert die Lage unabweisbar ein sofortiges Handeln und stehen einem rechtzeitigen Zusammentritt des Bundestages unüberwindliche Hindernisse entgegen oder ist er nicht beschlußfähig, so trifft der Gemeinsame Ausschuß diese Feststellung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, mindestens der Mehrheit seiner Mitglieder.
(3) Die Feststellung wird vom Bundespräsidenten gemäß Artikel 82 im Bundesgesetzblatte verkündet. Ist dies nicht rechtzeitig möglich, so erfolgt die Verkündung in anderer Weise; sie ist im Bundesgesetzblatte nachzuholen, sobald die Umstände es zulassen.
(4) Wird das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen und sind die zuständigen Bundesorgane außerstande, sofort die Feststellung nach Absatz 1 Satz 1 zu treffen, so gilt diese Feststellung als getroffen und als zu dem Zeitpunkt verkündet, in dem der Angriff begonnen hat. Der Bundespräsident gibt diesen Zeitpunkt bekannt, sobald die Umstände es zulassen.
(5) Ist die Feststellung des Verteidigungsfalles verkündet und wird das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen, so kann der Bundespräsident völkerrechtliche Erklärungen über das Bestehen des Verteidigungsfalles mit Zustimmung des Bundestages abgeben. Unter den Voraussetzungen des Absatzes 2 tritt an die Stelle des Bundestages der Gemeinsame Ausschuß.
Hallo,darauf wollte ich gar nicht hinaus! Mir ging es um das Krieg = Umganssprachlich. Krieg ist niemals umgänglich "normal".
Krieg ist grausam und entsetzlich. Die Militarisierung unseres Alltags führt zur "Normalität" des Krieges. Es begann mit dem Jugoslawienkrieg (war der für Deutschland notwendig? Vielleicht,weil die europäische Stabilität bedroht war).
Aber Afghanistan? Ein normaler Zustand, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt wird? Hoffentlich nicht.
"Wolfram Alpha versteht noch kein Deutsch"
Im Frieden begraben die Kinder ihre Eltern,
im Krieg die Eltern ihre Kinder.
Es mag nun jeder selbst entscheiden, ob in Afghanistan Krieg herrscht.
Die Deutschen waren vor drei Generationen in Afghanistan sehr beliebt, gründeten eine Schule in Kabul und trieben die Wissenschaften voran. Auf diese positive Tradition müssen wir uns wieder erinnern. Schickt Archäologen, Philologen und Lehrer statt Soldaten, Panzer und Haubitzen. Das mag naiv klingen, doch man möge bedenken:
Militärisch haben sich viel stärkere Nationen schon die Zähne ausgebissen. Für die riesige UdSSR wurde Afghanistan zum Sargnagel.