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Thema: Taufe durch benetzen

  1. #1
    aphilia - bachelor
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    Taufe durch benetzen

    hi,
    weiß hier jemand, ab wann die Ganztaufe abgeschafft wurde?
    ich muss wissen, ab wann das benetzen mit wasser als taufe eingeführt wurde!

  2. #2
    Unregistriert
    aphilia - Gast

    AW: Taufe durch benetzen

    Zitat Zitat von Bine Beitrag anzeigen
    hi,
    weiß hier jemand, ab wann die Ganztaufe abgeschafft wurde?
    ich muss wissen, ab wann das benetzen mit wasser als taufe eingeführt wurde!
    Große Verweltlichungen gab es bereits in der Hochscholastik
    (Abendmahl in Brotform, Festgottesdienste in Vulgärsprache mit Reimen). Die christlichen Bettelorden kämpften vergeblich dagegen an.

    Zeitlich ungefähr 13. Jahrhundert, zur Zeit oder nach der Zeit von Thomas von Aquin.

  3. #3
    aphilia - bachelor
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    AW: Taufe durch benetzen

    danke, jetzt habe ich noch 2 sachen:

    1. wer hat die neue Taufpraxis beschlossen?
    2. ist die ursprüngliche Taufe ein Initiationsritus, also wie bei urvölkern entstanden?

  4. #4
    Gast
    aphilia - Gast

    AW: Taufe durch benetzen

    Guten Tag,

    die Taufe hat nur sehr entfernte Ähnlichkeiten mit Initiationsriten oder den in anderen Religionen vorkommenden Waschungen. Sie unterscheidet sich auch von den rituellen Bädern der Essener, der Leute von Qumran.
    Dies sind nämlich wiederholbare Selbst-Bäder, während Johannes der Täufer jeden Bekehrten zu zu einer einmaligen Fremdtaufe aufruft.
    Bedingung für die Taufe ist die Umkehr, der Verzicht auf das eigene Leben, der Getaufte wird wie ein Kind vor Gott. Ob Jesus selbst taufte ist umstritten, wahrscheinlich hat er es nicht getan.
    Die Taufe des Johannes wurde von Anfang an in die Urkirche aufgenommen. Sie war dort ein Sakrament "ex opere operato", nicht nur Zeichen, sondern wirkend durch ihren Vollzug.
    Die Wirkungen der Taufe sind neben Sündenvergabe und Aufnahme in die Kirche die befähigung zum christlichen Beten und zum Bekenntnis.
    Bei Paulus werden wir mit der Taufe ein Teil des "Leib Christi", wir werden auf Christus getauft und leben nicht mehr aus uns selbst.
    Die trinitarische Formel des Taufbrauchs ist bei Paulus noch unbekannt. Sie hat sich erst gegenEnde des 1. Jahrhunderts durchgesetzt.

  5. #5
    aphilia - bachelor
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    45

    AW: Taufe durch benetzen

    Forscher haben herausgefunden, Menschen brauchen Rituale.
    Auch die Taufe ist ein Ritual.
    Ebenso das Gebet in der Kirche oder zu bestimmten Tageszeiten.
    Rituale gibt es in jeder Gesellschaft, sie stiften Gemeinschaft, geben Sicherheit,
    weil sie sich wiederholen und binden ein in den Zeitenlauf.

  6. #6
    aphilia - prof Avatar von Kanopus
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    117

    AW: Taufe durch benetzen

    Zur Bedeutung des christlichen Taufritus´:
    Die Taufkirche in Ravenna (452 in Ravenna erbaut, damals byzantinisch) wurde auf einer ehemaligen Therme errichtet, gewissermaßen stellt sie ein architektonisches Zeugnis des Übergangs vom heidnischen Bad zur christlichen Taufe dar.

    Viele Grüße,
    Kanopus

    P.S.: Ich finde den Ausgang des Berliner Volksentscheides "contra Reli" durchaus schade. Das Vakuum einer religionslosen Gesellschaft wird neue Kräfte herbeirufen, sei es nun von ganz rechter oder ganz linker oder ganz marktorientierter Seite. Unsere abendländische Kultur wird dadurch beschädigt

  7. #7
    Herbert Arenhoevel
    aphilia - Gast

    AW: Taufe durch benetzen

    Zitat Zitat von Kanopus Beitrag anzeigen
    Ich finde den Ausgang des Berliner Volksentscheides "contra Reli" durchaus schade. Das Vakuum einer religionslosen Gesellschaft wird neue Kräfte herbeirufen, sei es nun von ganz rechter oder ganz linker oder ganz marktorientierter Seite. Unsere abendländische Kultur wird dadurch beschädigt
    Lieber Kanopus,

    mit 346.000 Berlinern stimme ich dieser Aussage zu. Wo ist unsere Zukunft ohne die Kraft der Religionen? Der Mensch kann nur einem Herrn dienen, Gott oder dem Mammon (Lk 16,13). Die Christen müssen sich eingedenk der Kraft des Evangeliums wieder der Mitte der Gesellschaft annähern. Die nichtreligiöse Interpretation des Christentums (Christentum als Geschichte statt Heilsgeschichte) kann allenfalls die Köpfe, aber niemals die Herzen der Menschen erreichen. Das Christentum alleine ist die große Religion des Verzeihens für alle, die Schuld auf sich geladen haben. Jesus hat uns alle durch sein Leiden erlöst, dies ist der Kern der frohen Botschaft, des Evangeliums. Der Schlüssel zu einem glücklichen Leben muss durch den Religionsunterricht an die Kinder weitergegeben werden.

    Ich plädiere sehr für eine Neuauflages des Volksentscheids "pro Reli" im nächsten Jahr, verbunden mit einer besseren Information der Bürger Berlins durch die Laien in den Gemeinden!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Herbert Arenhoevel

  8. #8
    Wolfspelz
    aphilia - Gast

    AW: Taufe durch benetzen

    Das kirchliche Weltbild leidet darunter, dass es viele Schäflein bis heute nicht geschafft haben, sich von den umstrittenen Äußerungen des Papstes zu den Themen Homosexualität, Holocaustleugnung und Aids klar und eindeutig genug zu distanzieren. In regelmäßigen Abständen bringt der Papst z.B. seine Abneigung gegen Homosexuelle zum Ausdruck, zuletzt war es im Januar oder Februar. Kurz darauf haben in Spanien und Polen hunderttausende Katholiken gegen die Anerkennung von Homosexualität demonstriert. Im Bible-Belt der USA wurde Volksabstimmungen gegen die Rechte der Homosexuellen initiiert. Der Papst hat sogar die die evangelischen Christen aus der christlichen Heilsgemeinschaft ausgeschlossen. Wenn die Kirche ernst genommen werden will, muss sie innerkirchliche Kritik zulassen und gegebenenfalls einen Papst wieder zurückrufen, sprich aus dem Amt "abwracken"

  9. #9
    aphilia - prof Avatar von Gernot
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    AW: Taufe durch benetzen

    Zitat Zitat von Wolfspelz Beitrag anzeigen
    Das kirchliche Weltbild leidet darunter, dass es viele Schäflein bis heute nicht geschafft haben, sich von den umstrittenen Äußerungen des Papstes zu den Themen Homosexualität, Holocaustleugnung und Aids klar und eindeutig genug zu distanzieren. In regelmäßigen Abständen bringt der Papst z.B. seine Abneigung gegen Homosexuelle zum Ausdruck, zuletzt war es im Januar oder Februar. Kurz darauf haben in Spanien und Polen hunderttausende Katholiken gegen die Anerkennung von Homosexualität demonstriert. Im Bible-Belt der USA wurde Volksabstimmungen gegen die Rechte der Homosexuellen initiiert. Der Papst hat sogar die die evangelischen Christen aus der christlichen Heilsgemeinschaft ausgeschlossen. Wenn die Kirche ernst genommen werden will, muss sie innerkirchliche Kritik zulassen und gegebenenfalls einen Papst wieder zurückrufen, sprich aus dem Amt "abwracken"
    Harte Worte...
    nu braucht die Kirche, insbesondere die katholische, für manche Einsichten ein paar Jahrhunderte Zeit.
    Die Menschenrechte (die der Französischen Revolution) hat sie zuerst vehement bekämpft. Ab Leo XIII. beginnt eine Phase der ganz vorsichtigen Annäherung, bis etwa Pius XII. Ähem, trotz des Versagens der Oberhirten, also des unseligen Konkordats von 1933.
    Mit Johannes XXIII. änderte sich der Kurs gewaltig. Quellen: Die Enzyklika pacem in terris und das 2. Vatikanische Konzil. Das 2. Vatikanische Konzil hat sogar die Religionsfreiheit deklariert! Später ist der Vatikan zur KSZE-Schlussakte von Helsinki beigetreten. Summa summarum: der Vatikan hat 200 Jahre gebraucht, um die Idee der Menschenrechte zu unterstützen. Gut Ding will Weile haben ------ in Rom

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