Sie haben recht, ich würde beides nicht tun, jedoch aus Motiven, die uns in unserer Diskussion nicht weiterbringen würden. Nur so viel, für mich ist Fliege insofern glaubwürdig, weil er seinen Aufgabenkreis mit Wort und Tat zufrieden stellt. Sie wissen doch selbst, dass der Erfolg auch viel Kritik mit sich bringt.
Nun zu Ihrer Meinung!
Wenn Sie beide beruflich als glaubwürdig ansehen, dann kann ich Ihre Kritik nicht ganz nachvollziehen, es sei denn, sie sprechen den Pfarrer in Ihm ab.
Fliege ist nicht nur als Fernsehmoderator, sondern auch Pfarrer tätig. Er verkörpert mehr die Art eines Seelsorgers. Sie mögen eine andere Vorstellung von den Vertretern Gottes und deren Verkündigung haben. Doch für mich stellt sich die Frage: „Wie kann man, in einer sehr egozentrischen Gesellschaft, Menschen überhaupt noch für „den“ Glauben gewinnen“ und nicht „für konfessionszugehörigen Glauben gewinnen“?
Für den modernen Menschen ist das zitieren (ich wiederhole mich) aus der Bibel nicht mehr ausreichend. Das sieht man daran, dass alle großen Religionen sehr starken Fluktuationen unterliegen. Menschen wollen Glauben, aber es scheint, dass inhaltliche Aspekte der Bibel, sie davon abhalten, sie anzuerkennen. Denn dem Glauben stehen ja auch noch die eigenen Erfahrungen gegenüber, die ein meist ein stärkeres Gewicht haben.
Noch ein Wort zu Frau Hagen. Mir scheint, Sie ist eine Suchende, die noch nicht ihre Glaubensheimat gefunden hat. Diese Glaubenssuche ist ein Prozess, der seine Zeit braucht, um sich im Bewusstsein zu verankern. Doch man sollte Frau Hagen mehr Freiheit und Vertrauen entgegenbringen.
Zum Schluss möchte ich noch bemerken, dass alle Religionen nicht verhindert haben oder konnten, dass sich Materialismus und Egozentrik so ausbreiten wie sie es getan haben. Ich bin der Meinung, dass die Kirchen zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, statt sich mehr um die wirklichen Belange der Menschen zu kümmern.

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