Viele Religionen leiten ihre Lehrmeinung von der Offenbarung eines Gottes ab, die durch seine Propheten oder sonstigen Gesandten den Menschen übermittelt wird. Damit können loyale Anhänger dieser Religion diese Lehrmeinung nicht in Frage zu stellen, da das automatisch bedeuten würde, dass sich der Gott geirrt hat oder seine Propheten die Lehre unkorrekt weitergegeben haben.
Wenn eine Lehrmeinung aber unzweifelhaft richtig ist, dann sind alle abweichenden Meinungen falsch.
Frieden kann aber nur darin bestehen, dass man nichts gegen "falsche" Meinungen und falsche Aussagen unternimmt. Jede Gruppe tut sich schwer damit, die Anhänger einer "falschen" Meinung zu ertragen. Wer fände es nicht unerträglich, wenn jemand behauptet, dass Männer ihre Frauen verprügeln dürften? Diese Meinung gilt uns als vollkommen falsch, aber das ist nicht überall und zu allen Zeiten so gewesen. Wieviel schwerer wird es einem Anhänger einer Religion fallen, zu ertragen, dass andere ihren Kinder von den Wohltaten der Religion fernhalten, die oft noch über das natürliche Leben hinaus anhalten sollen?
Der wirkliche oder vermeintliche Besitz der Wahrheit und der Antrieb, allen zu den Segnungen dieser Wahrheit zu verhelfen, ist daher paradoxerweise ein tiefer Grund für Unfrieden.
Diesen Zusammenhang hat übrigens auch Jesus erkannt und ausgesprochen.

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